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Allgemeine Informationen zur Thaimassage
70771 Leinfelden-Echterdingen, Forststr.12
0711 - 358 633 99
Termine Di. - Son. von 11-22 Uhr, bitte nur mit Voranmeldung
Zitat aus:
WIKIPEDIA
Die freie Enzyklopädie
Die traditionelle Thai-Massage ist eine Massage-Technik, die in Thailand unter der thailändischen Bezeichnung Nuad
Phaen Boran bekannt ist, was soviel bedeutet wie „uralte heilsame Berührung“. Im westeuropäischen Raum nennt sie sich
auch Thai-Yoga-Massage.1
Die Thai-Massage besteht aus passiven, dem Yoga entnommenen Streckpositionen und Dehnbewegungen,
Gelenkmobilisationen und Druckpunktmassagen. Zehn ausgewählte Energielinien, die nach aryurvedischer Lehre den Körper
als energetisches Netz durchziehen, werden über sanfte Dehnung und mit dem rhythmischen Druck von Handballen,
Daumen, Knien, Ellenbogen und Füßen bearbeitet.
Die Thai-Massage findet bekleidet auf einer Bodenmatte statt. Traditionell dauert sie 2½ Stunden und zeichnet sich durch
ihren dynamischen kraftvollen Aspekt aus.
Geschichte und Herkunft der Thai-Massage
Die Yogaelemente (Fisch, Pflug, Brücke, Zange etc.) der Thai-Massage und die Terminologien verweisen auf einen indischen
Ursprung. In ihrer Bezeichnung und ihrem Verlauf ähneln die Energielinien der Thai-Massage den in Indien gebräuchlichen
Energielinien.2
Die Urheberschaft der Thai-Massage wird dem nordindischen Arzt Jīvaka-Komārabhacca (andere Schreibweise: Jivakar
Kumar Bhaccha) zugerechnet. Noch heute wird er in Thailand als „Vater der Medizin“ verehrt und in einer Andacht zu Beginn
der Thai-Massage erwähnt. 2
Jīvaka-Komārabhacca war Zeitgenosse Buddhas und hat im 5. Jahrhundert v.Chr. in Indien gelebt. Im Pali-Kanon, den alten
Schriften des Buddhismus der südlichen Schule des Theravada, wird er als Leibarzt des indischen Magadha-Königs
Bimbisara genannt. König Bimbisara war dem Buddha verbunden und suchte ihn wiederholt auf. Auch Jīvaka-Komārabhacca
stand in Kontakt zu Buddha und hat ihn und seine Mönchsgemeinde ärztlich betreut.1
Die Thai-Massage muss in einem Zirkel von Mönchen, die von Indien nach Myanmar übersiedelten, in Südostasien
überliefert worden sein – vermutlich über viele Jahrhunderte zunächst mündlich in buddhistischen Tempeln. Dies kann
frühestens ab dem 3./2. Jahrhundert v.Chr. geschehen sein, da sich erst dann die buddhistische Lehre im südostasiatischen
Raum auszubreiten begann.
Es kursiert auch die Annahme, die buddhistischen Mönche selbst hätten die Thaimassage entwickelt, um sich von den
Folgen langer Meditationsstellungen zu kurieren.
Die einzigen schriftlichen Überreste zur Thai-Massage sind auf Palmblättern in Pali-Sprache und Khmerschrift verfasst und
wurden 1832 vom damaligen thailändischen König Nang Klao (Rama III.) im Tempel Wat Pho in Bangkok in 60 Steintafeln
graviert. (Epigravuren sind dort noch heute zu besichtigen). Alle anderen Zeugnisse gingen bereits 1767 bei der Zerstörung
der alten thailändischen Königstadt Ayutthaya durch burmesische Eroberer verloren.2
Da das Wissen um diese Massagekunst vermutlich mit dem Buddhismus den indischen Kontinent verlassen hat, wird sie in
Indien heute nicht praktiziert. Die dort verbreiteten Techniken sind als indische Yogamassage oder aryurvedische Massage
bekannt. Es ist denkbar, dass in Siam bereits Massageformen existierten, die sich mit der neuen Lehre mischten und es ist
auch nicht auszuschließen, dass im Laufe der Jahrhunderte über Handelsbeziehungen zu China die Traditionelle chinesische
Medizin Einfluss auf die Methode gewonnen hat.
Die traditionelle Thai-Massage ist auch in ihrer heutigen Praxis dem Buddhismus verbunden. Sie wird mit Metta (im südlichen
Buddhismus gebräuchlicher Begriff für liebende Güte) angewandt. Die Meister sind in der Regel tief religiöse Menschen, die
die Massage im Zustand der Achtsamkeit, des Gleichmuts, des Mitgefühls und der anteilnehmenden Freude ausführen.
Wirkungsweise nach traditionell asiatischer Lehre
Fundament der Thai-Massage ist das ayurvedische System der 72000 Energielinien (nadis), von denen in der Thai-Massage
zehn bearbeitet werden. Über diese Energielinien, auf denen die sogenannten Marmapunkte (Energiepunkte) liegen (im
japanischen Shiatsu als Akupressurpunkte bekannt), wird der Mensch nach aryurvedischer Lehre mit Prana (Lebensenergie)
versorgt. Prana kann dem Körper über die Atmung zugeführt werden.
In den Dehnpositionen der Thai-Massage verbraucht die Muskulatur Sauerstoff und der Mensch wird angeregt, tiefer zu
atmen. Intensive Druckmassagen bewirken ebenfalls eine verstärkte Atmung. Ein tiefer Atem fördert Entspannung und
Regeneration (vermehrtes Prana).2 In der Lehre der Thaimassage korrespondiert der Druck auf bestimmte Marmapunkte und
Energielinien mit der Linderung folgender körperlicher Leiden:
* Kopfschmerzen
* Übelkeit
* Verstopfung
* Durchfall
* Ohrensausen
* Schlafstörungen
* Schock
* Husten
* Knieschmerzen
* Rückenschmerzen
etc...3
Wirkungsweise aus schulmedizinischer Sicht
* Druckpunktmassagen regen die Blutzirkulation an.
* In der Dehnung kann die Muskulatur entspannen.
* Yogapositionen beeinflussen das skelettomuskuläre System und wirken sich auf die Körperhaltung aus.
* Twists, Beugungen und Streckungen der Wirbelsäule können durch Zug intensiviert werden und haben einen Effekt auf
die körperliche Beweglichkeit.
* Positionen, in denen die Beine angehoben werden, fördern die Durchblutung und den Lymphfluss.
* Die Rotation der Gelenke trägt zur Produktion von Synovialflüssigkeit und damit zu körperlicher Geschmeidigkeit bei.
* In der Tiefenentspannung wird der Parasympathicus aktiviert, sodass die inneren Organe vermehrt durchblutet und der
Stoffwechsel angeregt wird.
* Achtsame Berührung kann körperliches Wohlbefinden auslösen und Hebetechniken können zu einem Gefühl der
Geborgenheit führen.1
Verbreitung
In Thailand ist die Thai-Massage selbstverständlicher Teil des Alltags:4
* Sie wird im familiären Umfeld oder von örtlichen Meistern zur Gesundheitsvorsorge praktiziert
* Zur Regeneration findet sie in Krankenhäusern Anwendung.
* In meist abgewandelter Form wird sie in der Tourismusbranche angeboten.
Seit den 1990ern wird die Traditionelle Thai-Massage bzw. Thai-Yoga-Massage auch im Westen gelehrt und verbreitet.
Asokananda (Harald Brust, 1955-2005) war einer der ersten Europäer, der die Thai-Massage über die Grenzen Thailands
hinaus bekannt machte und international Lehrer ausbildete.
In Deutschland wird die Thai-Massage in Yogazentren, Spas, Spa-Hotels und Privatpraxen ausgeübt.
Einzelnachweise
1. ↑ a b Kam Thye Chow: Thai-Yoga-Massage. Baden und München, 2005
2. ↑ a b c d Asokananda: Die Kunst traditioneller Thai-Massage. Bangkok, 1993
3. ↑ Asokananda: Traditionelle Thai-Massage für Fortgeschrittene. Bangkok, 1998
4. ↑ Möller, Hubert; Patanant, Montien: Lehrbuch der traditionellen Thai-Massagetherapie. München Jena, 2007
Der oben zitierte Text stammt aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia (Stand 08.06.2009).
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